50 Jahre Fechten im Walddörfer SV
50 Jahre Fechten im Walddörfer SV
9. September 2020

50 Jahre Fechten im Waldddörfer SV

Die Fechtsparte des Walddörfer SV feiert in diesem September in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum. Hier ein Rückblick und Ausblick.

Die Fechtsparte im Walddörfer SV wurde 1970 von Diplom-Fechtmeister Artur Starke mit gerade mal elf Teilnehmern ins Leben gerufen. Heute zählt sie etwa 70 aktive Fechter und es werden immer mehr. Eigentlich sollte dieses denkwürdige Jubiläum mit einem großen Sommerfest gebührend gefeiert werden. Aufgrund der Corona Pandemie musste dies leider verschoben werden. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben – sobald es möglich ist, holen freuen wir uns darauf, mit aktiven und ehemaligen Fechtern und Freunden der Fechtsparte anzustoßen!

Die Anfänge 1970

Im Frühjahr 1970 hingen in den Turnhallen der Hamburger Walddörfer die ersten Plakate aus: „Neu: Fechten im WSV“. Auch die Lokalpresse veröffentlichte damals Informationen zum Start des Fechtangebots im Norden Hamburgs. Als Diplom-Fechtmeister Artur Starke am 2. September 1970 mit elf Teilnehmern sein erstes Training abhielt, war unter den aufgeregten Anfängern auch ein Urgestein der WSV-Fechtsparte: Unser langjähriger Sportwart, Karsten Filter. Mit seinen neun Jahre erhielt er seine ersten Fechtlektionen in derselben Sporthalle, in der heute noch das Mittwochs-Fechttraining abgehalten wird: „Etwa ein Jahr lang gehörte unsere Fechtsparte offiziell noch zur Turnabteilung des WSV. Erst Mitte 1971 haben wir unsere eigene Fecht-Abteilung gegründet. Ein Jahr später konnten wir eine weitere Sporthalle des Walddörfer Gymnasiums für einen zweiten Trainingstag hinzugewinnen. Unsere Trainingszeiten am Mittwoch und Freitag und die dazugehörigen Hallen sind seit dem Anfang unverändert.“ Im Alter von 16 Jahren hat Karsten Filter die Seiten gewechselt. Er erwarb seine Übungsleiterlizenz und trainierte seitdem den Fechtnachwuchs beim WSV. 1987 übernahm er mit Hjalmar Vierle und Dirk Wagner die sportliche Leitung von Artur Starke: „Ich glaube schon, dass ich ein gutes Beispiel dafür bin, dass man sein Leben lang Spaß am Fechten haben kann“, sagt der heute 59–Jährige. „Ich war nie ein Spitzenfechter. Mein größter Erfolg war in jungen Jahren die Teilnahme an den deutschen Schüler-Meisterschaften. Meiner Leidenschaft für das Fechten hat das nie einen Abbruch getan. Und auch in unseren Trainingsgruppen finden sich heute zum einen sehr engagierte und erfolgreiche Fechter, die u.a. bei großen internationalen Turnieren und auch bei den Deutschen Meisterschaften an den Start gehen. Aber wir trainieren zum anderen auch Kinder und Jugendliche, die in Bezug auf Turniere keinen großen Ehrgeiz entwickeln und trotzdem ihren Spaß am Fechttraining haben.“

Vom Fechtschüler zum Trainer und Verantwortungsträger

Eine ähnliche Entwicklung wie Karsten Filter hat auch Henrik Wolf beim WSV durchlaufen. Er nahm im Alter von acht Jahren zum ersten Mal ein Florett in die Hand: „Ich habe damals verschiedene Sportarten ausprobiert und bin auf dem Weg dorthin regelmäßig an der Fechthalle vorbeigelaufen. Meine Mutter hat mir erzählt, ich hätte mir jedes Mal die Nase an der Scheibe platt gedrückt und gar nicht mehr weiter gewollt.“ Trainer seiner Anfängergruppe war übrigens Patrick Pampel, der auch heute noch den WSV-Fechtnachwuchs betreut. Nach seiner Zeit im Internat des Deutschen Fechter- Bunds in Bonn war für Henrik Wolf klar: Ich gehe als Trainer zurück zum WSV. Heute ist er dort stellvertretender Sportwart und Breitensportbeauftragter des Hamburger Fecht-Verbands. Auch Patrick Pampel ist mit seinen 33 Fechtjahren und 22 Trainerjahren in der Fechtabteilung einer der „Dienstältesten“. Er hat im Alter von 81/2 Jahren in der Anfängergruppe 1986 mit dem Fechten begonnen. Nach der Anfängergruppe entdeckte er rasch seine Leidenschaft für das Degenfechten und belegte 1991 bei seiner ersten Deutschen Meisterschaft der B-Jugend in Dortmund gleich den 8. Platz. In der A-Jugend ist er dazu übergegangen, wieder beide Waffen (Florett und Degen) zu fechten. 1991 hat Patrick seine Trainerausbildung absolviert und seitdem etliche Anfängergruppen geleitet. Zur Zeit ist er als Trainer im Haupttraining und bei Einzellektionen aktiv. 2010 erwarb er die DFB-Kampfrichterlizenz C und hat sich auch außerhalb der Fechtbahn für die Fechtsparte engagiert: So leitete er zehn Jahre lang die Abteilung (1999 – 2009) und war parallel im Hamburger Fechtverband als Aktivensprecher und Jugendwart aktiv. Zudem organisierte er für den HFV 12 Jahre lang den traditionellen Herbstferienlehrgang (2004 – 2016).

Nachwuchsarbeit im Walddörfer SV

Beispiele wie diese sind typisch für die Fechtsparte des Walddörfer SV. Von Anfang an wurde auf die Nachwuchsförderung großen Wert gelegt. In jedem Jahr nach den Herbstferien startet eine neue Anfängergruppe für Kinder und Jugendliche ab acht Jahren, die dann in knapp eineinhalb Jahren auf die Turnierreifeprüfung des Hamburger Fecht-Verbands vorbereitet wird. Fechtanfänger laufen beim WSV nicht einfach nebenbei im Training mit, sondern sie werden gezielt in Praxis und Theorie unterrichtet, bis sie bereit sind, für die Integration ins Haupttraining und die Teilnahme an Fechtturnieren. Geleitet werden diese Anfängergruppen häufig von Nachwuchstrainern aus den eigenen Reihen. Aktuell unterstützen Nike und Maike Mosa, Sönke Krumstroh, Lennard Meyer und Hendrik Bodewig das bewährte Trainer-Trio Filter, Wolf und Pampel. Ein weiterer Schwerpunkt liege in der Aus- und Weiterbildung von Kampfrichtern, so Henrik Wolf.

Kein Kampfsport ohne Wettbewerbe

Egal ob interne Trainings-Turniere („Freitags-Rangliste“), eine Kooperation mit dem Lübecker Fechtverein oder die Durchführung eigener, international besuchter Turniere – die WSV-Fechtsparte ist sowohl auf den Fechtbahnen als auch hinter den Kulissen aktiv. Interessierte und leistungsorientierte Fechter werden von den Trainern zu Turnieren in der näheren Umgebung aber auch in ganz Deutschland begleitet. Bei den Hamburger Meisterschaften sichern sich die WSV-Fechter jedes Jahr diverse Titel. Und auch bei den Deutschen Meisterschaften erfechten sie sich trotz starker Konkurrenz regelmäßig Achtungserfolge. Vervollständigt wird das sportliche Engagement durch die vereinseigenen, etablierten Jugendturniere: Der Florett-Klassiker „Hamburger Michel“ im Frühjahr und das traditionelle „Internationale Schüler- & Jugendfechtturnier“ im September zählen mit einem attraktiven Starterfeld aus dem Bundesgebiet sowie dem benachbarten Ausland zu den hochrangigsten Fechtveranstaltungen in Norddeutschland.

Der Mix macht’s beim WSV

Im Vorstand der Fechtsparte arbeiten erfahrene Fechtsportler und Newcomer Hand in Hand. Zudem ist der Walddörfer SV in der glücklichen Lage, über eine sehr engagierte Eltern- und Anhängerschaft zu verfügen. Wann immer ein Sommerfest organisiert oder ein Turnier durchgeführt werden muss – an freiwilligen Helfern mangelt es nie. Seit mehreren Jahren erfreut sich auch der alljährliche Vereinsausflug  zum „Wapen van Vlagtwedde“-Turnier in Ter Apel/Niederlande großer Beliebtheit. „Hier steht nicht so sehr die fechterische Leistung, sondern vielmehr die Geselligkeit im Vordergrund“, resümiert Karsten Filter.

Gut aufgestellt für die Zukunft

Wenn wir in diesem Jahr das 50-jährige Jubiläum der Fechtsparte begehen, ist der Verein gut aufgestellt, glaubt Trainer Henrik Wolf: „Insgesamt wünsche ich mir, dass der WSV auch in den kommenden Jahren ein starker, erfolgreicher Verein für fechtbegeisterte Kinder und Jugendliche bleibt. Dazu gehören natürlich Turniererfolge auf regionalen und nationalen Turnieren.“ Basis dafür sind ein breit aufgestelltes, engagiertes Trainer- und Vorstandsteam sowie motivierte Fechter. Und ein Ende der Corona-Pandemie...